Ai Weiwei (Sofa in White, 2011)

Zürich ist eine Community internationaler Prägung. Mehr als ein Drittel der städtischen Bevölkerung stammt nicht aus der Schweiz. Das ist kein neues Phänomen, sondern bereits seit der grossen Industrialisierungswelle am Ende des 19. Jahrhunderts der Fall. Das Neben- und Miteinander von lokalen wie globalen Wirtschafts- und Kultursystemen prägt auch die Arbeit des chinesischen Künstlers Ai Weiwei, der mit seinen Werken systematisch den kulturellen Verlust und den materiellen Gewinn einer globalisierten Welt gegeneinander abwägt. Für ART AND THE CITY hat Ai Weiwei eine Ikone des chinesischen Mittelstands neu interpretiert und in weissem Marmor herstellen lassen: das in China beliebteste Sofa, dessen Design an ein westliches Modell aus den 1970er Jahren erinnert. Auf dem Paradeplatz installiert, im Herzen des Schweizer Bankendistrikts, ist Ai Weiweis Sofa als eine Parabel auf die Globalisierung von kulturellen Formen zu verstehen.

AI WEIWEI, CHINA, *1957, lebt und arbeitet in Beijing

Courtesy the artist und Galerie Urs Meile, Beijing – Lucerne

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